Es ist bereits Dienstag, ich bin zurück in der Schweiz - ein "Abschlussbericht" wäre noch fällig... Die Erinnerungen an meinen letzen Tag in Hawaii sind bereits sehr verschwommen und alles scheint sehr sehr weit weg. Es war ja eigentlich erst Vor-Vorgestern oder aus Schweizer Zeit gesehen sogar Vorgestern? Ich habe es noch nicht so im Griff mit der Zeit...

Am letzten Tag in Hawaii stand ich früh auf, waschte meine Sachen, packte fertig, putze das Zimmer (obwohl ich gar nicht musste... ) und machte mir dabei Gedanken darüber, was ich eigentlich noch machen wollte und wozu ich nicht kam. So schlecht siehts ja nicht aus, ich habe schon ein bisschen was unternommen und doch hätte es noch das eine oder andere mehr sein können... ich sprach beim Morgenessen mit Ken über meinen gesamten Aufenthalt und er schlug mir spontan vor, mich noch zu einem Ort zu fahren, wo man eine schöne Aussicht auf ganz Honolulu hat... eben eines der Dinge, zu denen ich nicht mehr kam.





Auch wenn ich der Schule nicht wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt habe (in meinen Berichten), war sie doch irgendwie sehr zeiteinnehmend. Ganze Tage hatte ich nicht viele zur Verfügung. Wären es nur Ferien gewesen, hätte ich sicher mehr Tagesausflüge machen können, aber dann hätte ich wohl nie so viele kuhle Leute kennengelernt. (Oh ich merke gerade selber, dass dies ein Bericht wird, wo ich mich an sinnvollen Gedanken versuche.)

Das Schöne am alleine Reisen ist doch gerade das, dass man sich selber herausfordert. Man kann nicht nur konsumieren. Würde ich mit einer Freundin in ein all-inclusive Hotel gehen, ist das etwa gleich, wie wenn ich den Fernseher einstellen würde. Geht man alleine irgendwo hin, sieht man nicht einfach fern, sondern man dreht seinen eigenen Film. Bin mir noch nicht sicher, ob dieser Vergleich stimmt, aber ich schreibe jetzt trotzdem mal weiter...

Ja wie gesagt, wir sind immer noch beim letzten Tag... nachdem Ken mich zu diesem Ausblickspunkt brachte, fuhr er mich zum Waikiki Beach, wo ich Melinda, Seraina, Giampi und Dani traff. Ich tankte noch ein paar Sonnenstrahlen, ass mit den Jungs und Mädls etwas im Dukes und entschied mich das mit dem Verabschieden gleich hinter mich zu bringen. Von Dani musste ich mich nicht verabschieden, ihn werde ich auf der Rückreise wieder antreffen.



Ich souvenier-shoppte und schlenderte gemütlich "nach Hause". Dort kontrollierte ich nochmals, ob ich alles habe. Ich erledigte was es noch zu erledigen gab, duschte und schlüpfte in meine Reiseklamotten. Als Reiseschuhe müssen die Flip Flops herhalten - nicht weil ich einfach anders sein möchte (natürlich möchte ich!), sonder mangels Alternativen. Die ganzen Schuhe musste ich nach Kauai wegschmeissen :-).

Ken und Marty fuhren mich an den Flughafen. Auf dem Weg dahin wurde über unsere gemeinsame Zeit gesprochen... sie werden mich vermissen und hätten es genossen mich bei ihnen zu haben. Sie würden gerne Kontakt mit Radio 24 aufnehmen und denen sagen, dass nicht ich den Preis gewonnen habe, sondern das sie ihn gewonnen hätten. Es wurde fast noch sentimental - hätte ich es darauf angelegt, hätte ich Marty wohl zum Weinen bringen können. Das wollte ich nicht - ich mag keine Abschiedstränen... (Sorry für den etwas dramatischen Schreibstil gerade, aber ich höre gerade langsame Musik zum Schreiben und dies hat offenbar direkten Einfluss.)

Ich war genug früh am Flughafen. Mein Gepäck konnte ich bis Zürich einchecken. Nachdem ich mein Gepäck aufgab kam mir Dani entgegen. Er begann seine Heimreise ungefähr zeitgleich, jedoch via Denver, Washington und nicht wie ich via San Francisco, Washington. Auf dem letzten Flug von Washington nach Zürich werde ich ihn wieder treffen.

Wir sassen noch ein bisschen draussen herum und tauschten uns aus. Jasmin sollte noch vorbei kommen, um mich zu verabschieden... Sie und ihre Freunde haben ein Auto gemietet und sind extra für mich noch an den Flughafen gekommen... Danke!!!





(Ohje bei diesem Bild könnte man so seine Schlüsse ziehen... wäre aber sehr falsch.)

Inzwischen  oder in den letzten Tagen hatte man sich irgendwie mit dem Gedanken abgefunden, nach Hause zu gehen und es wechselte zu einem Verlangen endlich wieder zu Hause zu sein! Eine 24-stündige Heimreise stand mir bevor, 18 Stunden Flug - darauf freut man sich nicht. Auf dem Flug nach San Francisco und von da weiter nach Washington schlief ich ein bisschen. Es war ein einsamer Flug - alles mir fremde Leute um mich herum und auch keine Schweizer, welche einem wenigstens ein bisschen das Gefühl von Heimat gaben.

In Washington traf ich Dani wieder. Gemeinsam, mit der kompletten Schweizer Synchron-Eiskunstlauf Nationalmannschaft, stiegen wir ein. (Einsteigen tun sie also nicht sehr synchron!)Wir sassen nicht beieinander, aber immerhin war da jetzt mal wieder Jemand, den ich kannte.

Für diesen Flug habe ich mir fest vorgenommen zu schlafen, um dem Jetlag zu entgehen. Der Flug war während der Nacht vom Sonntag auf den Montag in der Schweiz. Dafür habe ich mich sogar vorbereitet > Schlaftabletten, welche ich gleich einnahm, nachdem ich meinen Platz eingenommen hatte :). Ich spürte bald die Wirkung, wurde müde und müder. Wir starteten und ich boxte mein Kissen zurecht und schlief ein. Alles nach Plan. Die Zeit verging und ich wachte wieder auf und freute mich auf die bald bevorstehende Landung. Ich fühlte mich wach, ausgeschlafen und war voller Vorfreude... bis... ja, bis ich bemerkt habe, dass ich nur genau eine Stunde geschlafen hatte! Tief und fest zwar, aber.. aber! Oh man.. und so ausgeschlafen und fit musste ich mich noch weitere 7 Stunden auf meinem Platz quälen. Ich wollte endlich ankommen. Immer wieder kontrolliert ich auf dem Bildschirm, wie lange es noch geht... noch 6 Stunden 34 Minuten. Ich versuchte mich abzulenken, schaute fern, lief herum 6 Stunden 33 Minuten. Die Zeit verging einfach nicht!

Nach gefühlten 34 Jahren in diesem Flugzeug kamen wir endlich an in Zürich! Eine turbulente Landung, das Wetter schlecht - kalte Temperaturen. Egal, wir sind zurück. Meine Flip Flops trugen mich zur Gepäckausgabe. Plötzlich sah ich Susii an der Glasscheibe stehen :-) und wir machten etwas Glasscheiben-Pantomime (was hätten wir auch sonst tun sollen). Was für eine Überraschung - Danke Susii... i ha mi gfreut di z gseh :)

Bald hatten Dani und ich unsere Köffer und wir gingen durch den GRÜNEN Ausgang nach draussen. Ich schaute etwas suchend umher, sah Susii, begrüsste sie und schaute immer noch suchend umher. Ich wurde nicht enttäuscht :-).

In der Welcome Back Bar (oder wo auch immer) nahmen wir einen Welcom Back Drink und dann gings los nach Hause. Mein Brüno-Katze rannte vor mir weg - super! Mir wurde noch per SMS mitgeteilt, dass sich die Katze auf mich freuen würde. Egal, ich hatte einen perfekten Tag!