Und so begann mein Tag vor nun etwa 28 Stunden (und ist noch nicht fertig!) mit einer Uhrzeit, von welcher ich bis anhin nur in Märche, Mythen oder Albträumen gehört habe! Um 4.45 Uhr trommelte und gitarrte mich mein IPhone mit seinen wohlklingenden Standard-Wecktönen aus dem Schlaf, im 5 Minuten Tackt!

Eingecheckt und den Koffer abgegeben hatte ich bereits am Vorabend. Die Resekleider lagen bereit, das Handgepäck war gehandpackt. So blieb mir als einzige, aber auch schwierigste Aufgabe, das Abschiednehmen von den mir wichtigen Dingen, welche sich in meiner Wohnung befanden...

Meine Muetter brachte mich zum Flughafen. Es ging alles schnell und unkompliziert. Gut, der Sicherheitscheck war (wohl zur Sicherheit?) noch nicht geöffnet, aber auch das ging vorbei.

So stieg ich um 7 Uhr in den Flieger welcher mich zu meiner ersten Destination flog: Frankfurt. Es waren kaum Leute onboort (eben nur solche Leute, die an diese Uhrzeit glauben!). Oder vielleicht will auch einfach niemand nach Deutschland fliegen. In Frankfurt musste ich, bevor ich zum nächsten Gate passieren durfte ein paar Fragen beantworten "Sind sie ein Terrorist" und so. Ich fühlte mich endlich mal ernst genommen!

Zum Glück war aber der Aufenthalt nur kurz und diese kurze Zeit verbrachte ich mit einer meiner Lieblingsbeschäftigungen: "Menschen beobachten" und nebenbei Männer in Uniform heimlich zu fotografieren ;). Hier überigens die wichtigesten und eindruckvollsten Uniform-Posen zum Üben und Nachstellen für zuhause.










Der Flug von San Fransisco war schon verdammt lange... gut, was heisst hier "war" - eigentlich sitze ich ja noch immer hier und versuche mir mit Schreiben die Zeit zu vertreiben... (jetzt wirds irgendwie komisch, denn ich tippe gerade den Text ab, denn ich im Flugzeug geschrieben habe... der war in der Gegenwart geschrieben und jetzt ists ja Vergangenheit... hmm... egal, ich komm auch nicht mehr draus und dir solls nicht besser gehen) Wir haben erst Halbzeit und der Flug dauert 11.5 Stunden. Der Blick aufs Navi lässt mich vermuten, dass wir uns verflogen haben!?



Wir haben schon einen Film gesehen, leider ist die Sichtung für mich äusserst schmerzvoll, da der Bildschirm quasi über mir montiert ist. Ich will ja nicht klagen, aber wenn ich schon mal was zu klagen habe, möchte ich das auch geniessen :-) Ah genau, wo wir dabei sind: das Essen war schreklich. Verdammt mehr fällt mir grad nicht ein zu klagen - oder war das eben klagen? Egal, mal in der Digicam nachschauen, was ich schon so erlebt habe:
Stimmt, ich habe einen Note.Quetscher in Frankfurt am Flughafen gesehen:



Dann noch ein an einem Pfosten angewachsenen Computerfreak:



Zwei Synchronschlafer (wird ja bald olympisch)



Und mir wurde im Flugzeug irgendwie mal wieder bewusst, dass "Exit" eigentlich viel passender ist als "Dignitas":



Vor ein paar Minuten haben sie hier noch einen Board-Aerobic Film gezeigt. Schade, dass ich meinen Turnbeutel nicht dabei hatte, sonst hätt ich mitgemacht.

  

Es waren aber nur so Grosmutter Übungen. Das Heben der Digicam um das Bild zu machen, hat mich mehr Energie gekostet als all die Übungen zusammen würden. Ich hab überigens Rumgeschaut, selbst die Grossmütter haben nicht mitgemacht. Eigentlich hat ja gar niemand mitgemacht. Ich bin wirklich aufgestanden und hab in die Runde geschaut. Schon mal gemacht? Unglaublich wieviele einem gleich anstarren und auf Unterhaltung warten. Apropops Unterhaltung "Neben mir sind meine beiden Sitznachbarn seit etwas 5 Stunden in ein englisches Gespräch verwickelt. Mich interessiert schon lange nicht mehr, was sie da erzählen. Und ich bin heute ein extrem anspruchsloser Zuhörer - also von mir aus könnten sie jetzt aufhören... sofort!

Ach und irgendwie habe ich geschafft, dass die Air-Joanna Tussi glaubt, dass ich Englisch-Sprechend bin. Man muss nur ein Cola zero bestellen und das "e" dabei Englisch aussprechen. Das reicht! Eigentlich kann ich damit ja auch gleich meine Rückreise antreten, denn wichtig ist ja offenbar im Leben nicht, dass man etwas kann, sonder dass die Leute glauben, dass man etwas kann...

So damit hätte ich hier ja bereits ein paar weitere Minuten totgeschlagen... 16.40 schweizer Zeit.

Und jetzt spinge ich von der Zeit her wieder zurück in mein Zimmer hier in Honolulu und erzähl euch den Rest der Anreise Geschichte. Gegen Ende des San Francisco Fluges wurde uns ein Dokumentarfilm über Affen gezeigt. Zuerst sah ich darin keinen Sinn, aber später erkannte ich, dass dies als Vorbereitung aufs amerikanische Volk gedacht war. Irgendwann landete mein Flugzeug in San Francisco. Dann gings ans Migrieren. Das i-94 Formular füllten wir im Flugzeug aus. Ich füllte das Formular aus, welches man braucht ohne Visum, da ich ja kein Visum brauchte mit dem 03er Pass. Da ich aber noch ein Visum von vor 3 Jahren im Pass hatte, meinte der Migrier-Män am Schalter, dass er "Bad News" für mich hätte... und irgendwie möchte man das nicht hören. Es war aber halb so schlimm, ich musste dann einfach noch das andere Formular ausfüllen, da ich mein vor 3 Jahre beantragtes Visum benutzen musste!? Da soll noch Jemand drauskommen... die haben doch selber keinen Durchblick mehr. Dann diese Fragen, mein Englisch sei ja gut, warum ich denn besser Englisch lehren möchte... häää häää, chum säg scho, du bisch doch en Terrorischt!!! Ob ich mein Englisch für den Job brauch... häää häää, chum säg scho, du wotsch doch uf Amerika go schaffe, du Terrorischt!!! Ob ich einen Rückflug habe... du wotsch ja sicher da bliibe, jede wott da bliibe, du Terrorischt!!! Wer denn meine Arbeit erledige wenn ich 1 Monat weg bin... ehm ja "Urs". Es ist einfach wirklich mühsam wie man behandelt wird, alles so vorwurfsvoll.

In San Francisco war mein Aufenthalt etwas länger... irgendwann durften wir Boarden und ich setzte mich auf meinen Platz neben dem kleinen, mühsamen Mädchen! Plätzlich die Lautsprecher-Durchsage.... irgendwas von technischen Problemen, sie müssten das flicken, andernfalls müssen wird das Flugzeug wechseln, so könne man nicht starten. Es folgen weitere nichtssagende Durchsagen, bis uns dann eine Frauenstimme aufforderte das Flugzeug zu verlassen. Das grosse Zusammenpacken ging los, Handgepäck wieder raus, einreihen und den Typen vor einem mit dem Körper in Richtung Ausgang drücken, wie man das ja so macht, zumindest immer alle hinter mir. Während wir am Rauslaufen war, meinte dann der Co-Pilot dass ein Miracle passiert sei und es jetzt wieder gehe (die wollten doch einfach noch eine Rauchpause!?), wir können absitzen und werden in wenigen Minuten starten...

Vom lästigen Mädchen bekam ich zum Glück nicht viel mit, da ich auf diesem Flug endlich schlafen konnte!

Mehr mag ich grad nicht schreiben... es folgt dann noch ein Bericht zur Gastfamilie und so weiter, jetzt bin ich zu müde.