Hawaii 2015

Es ist 22.00 Uhr abends. Vor 24 Stunden begann unser Trip nach Honolulu oder wie es die Canäidien Airline sagen würde: "Onolülü". Falls ich wieder mal behaupten sollte, die Reise sei nicht anstrengend, dann wird das gelogen sein! Vielleicht werden wir auch einfach älter und unflexibler, oder die kreischenden Kinder auf dem Nachbarsitz werden lauter... Wir sind auf jeden Fall erst mal froh, dass dieser endlose Tag doch noch zu Ende geht. Ein müdes, aber glückliches Aloha und gute Nacht.

Die Tatsache, dass wir um etwa 10 Uhr abends "normal" ins Bett gingen und auch einschliefen, stimmte uns zuversichtlich, dass wir das mit der Zeitumstellung einfach so locker hingenommen hätten. Das hellwach sein um 2.00 Uhr früh dann nicht mehr so. Irgendwie verging aber die nächtliche Zeit dann doch, so dass wir um eine vernünftige Aufstehzeit aufstanden.

Pläne haben wir auf dieser ersten Insel (Oahu) noch keine wirklichen. Es geht jetzt erst mal ums ankommen. Und wie kann man sich besser akklimatisieren, als mit einem richtigen Ami Frühstück, dass man dann den ganzen Tag schwer im Magen spürt?

Tja und dann fing es an, wir wurden plötzlich so unendlich müde und wollten am liebsten gleich wieder ins Hotel zurück. Die Sonne war sehr heiss, ungewohnt heiss, zu heiss. Wir wussten aber, dass wir den Tag jetzt irgendwie durchbringen müssen und nicht nachgeben dürfen.

So verschlug es uns an den Strand, wo wir Krebse, Schildkröten und eine Menge Surfer vorfanden. Es war toll das Meer mit seinen hohen Wellen zu sehen, wie sie hin und her wellten und hin und her und hin und her... wir waren immer noch sehr sehr müde!

Wir mussten eine Aktivität finden, die nicht zu anstrengend ist, bei der man aber wach bleibt. Shoppen war beispielsweise zu anstrengend, am Strand liegen hingegen zu schlafgefährdend. Wir entschieden uns für den Honolulu Zoo! Da war ich noch nie, weil das mit den kleinen Gehegen und so find ich mässig toll. Aber für heute war ich zu müde um konsequent zu sein. Und so schleppten wir uns von Tier zu Tier einmal durch den ganzen Zoo. Die Zeit verging und darum ging’s ja.

Stolz auf uns selber, gönnten wir uns dann aber doch noch eine Pool Auszeit. Ich war mir sicher, dass Zlatko von Big Brother auch am Pool lag, er sah genau so aus, reagierte aber auf keines seiner Lieder! Abgehärtet oder ignorant?

Am Abend ging’s dann nochmals raus, denn es ist gerade Aloha Festival, wo die Strassen gesperrt sind und viele Marktstände und Bühnen mit einheimischen Künstler, Menschen wie uns begeisterten! Es war super!

So und jetzt probieren wir das mit dem Schlafen nochmals, kann ja nicht sooo schwer sein!

Das Aufstehen und Wachbleiben fiel uns heute deutlich leichter! Auch die Kauflaune hat die Insel mitten im Pazifik inzwischen erreicht!

So bussten wir im tiefgekühlten Bus, mit einem Chauffeur der beiläufig noch seine Nägel knipste, zum grössten Open Air Shopping Center der ganzen Welt! Das Ala Moana Center. Es ist echt sehr gross und natüüürlich sonntags geöffnet, wie alles hier.

Michi kaufte wieder den Footlocker leer und ich überleg mir langsam mich dort zu bewerben, zumal ich dort inzwischen sowieso mehr Zeit verbringe, als so manche Verkäuferin :-)

Dann ging’s ums Mittagessen und wir liebäugten mit einem Italiener, der sich später als sehr gute Wahl herausstellte. Wie das Essen war, weiss ich gar nicht mehr, ABER es hatte Papiertischtücher und auf jedem Tisch Wachsmalstifte, um das Tischtuch zu schmücken. Fantastisch, warum gibt’s das nicht öfter? Das Problem, dass ich Yatzee-Block ohne Yatzee-Blockstift eingepackt habe, löste sich durch die Tischtuch Option dann auch gleich auf.

Später gab’s wieder Tag ausklingen lassen am Hotel Pool und danach auswärts Essen im herzigen Kings Village.

Morgen geht’s dann los auf eine andere Insel: Kauai! Kauai ist die älteste der Hawaii Hauptinseln. Die Insel ist so alt, die hat wahrscheinlich noch die Dinosaurier gekannt. Deshalb wurde da vielleicht auch Jurassic Park gedreht... Die ist imfall so alt, die hat noch die Handynummer von Jesus!

Langsam lohnt es sich die Digicam bereit zu halten!

Heute morgen reisten wir von Honolulu auf der Insel Oahu nach Lihu'e auf der Insel
Kaua'i. Kaua'i ist wie bereits angetönt die Älteste der hawaiianischen Hauptinseln. Sie ist etwa 6 Millionen Jahre alt und wie alle Hawaii Inseln auch vulkanischen Ursprungs. Sie ist handliche 45 x 60 km gross und hat etwas mehr als 60'000 Einwohner. Ein paar Hintergrundinfos, einfach falls ihr mal bei "Wer wird Millionär" mitmacht...

Wir waren viiiiiiiiiiel zu früh am Flughafen, weil wir der Rezeptöse vertraut haben. Die erzählte uns von einem mega Stau am Morgen und dass wir auch bei einem Inlandflug 2 Stundem vor Abflug beim Flughafen sein sollen. Ich war schon etwas misstrauisch, denn Inselhopping hat eigentlich den Ruf etwa gleich unkompliziert wie Busfahren zu sein... aber man glaubt ja dem bezahlten Personal! So wartete unser Taxi um 07.15 vor dem Hotel, für den Flug um 10.00 Uhr. Ja... wir waren dann um 07.50 Uhr durch alles durch vor dem Gate... und es ist also nicht so, dass es uns aus dem Bett gerissen hätte am Morgen! Jänu, wir haben noch ein paar Inselflüge vor uns, wo wir's besser machen können.

Der Flug war extrem kurz! Wir erhielten im Flugi einen Fruchtsaft zum trinken und der Fruchtsaft-Verteil-Stuard war dicht gefolgt vom Abfall-Einsammel-Stuard! Während ich noch auf das Ablöschen vom Abschnall Symbol wartete, kam schon die Durchsage vom Captain, dass wir uns ready zum Landen machen... wir waren keine 30 Minuten in der Luft, das hätte man fast schwimmen können.

Angekommen in Kaua'i empfing uns das schlechte Wetter, was heisst: immer noch sehr warm, aber bewölkt und hin und wieder punktuelle Regenschauer. Es störte nicht wirklich. Auf Kaua'i ist unter anderem der regenreichste Punkt der Welt! Je nach Statistik ist es "nur" der dritt regenreichste Punkt, aber ich halte mich an die Statistik die mir so in den Blog passt!

Wir holten nach dem Flug unseren Miet-Nissan und besuchten das Kaua'i Museum, wie es von unseren Reiseführern empfohlen wurde... es hat sich gelohnt!

Danach gings weiter zu den wunderschönen Wailua Falls! Beeidruckend! Auch die Fahrt dahin war herrlich grün und wunderschön!

Später entschieden wir uns unser Hotel zu beziehen... wir haben bei den Unterkünften etwas aufs Budget geschaut und alle Hotel um die 100 Franken für 2 Personen pro Nacht gebucht... dafür kann man hier eigentlich nicht mega viel erwarten, aber irgendwie muss das ein Fehler sein, oder weil wir so früh gebucht haben oder keine Ahnung... wir haben hier ein grosses Appartment (80 m3) mit Küche, Bad, Wohnzimmer, Schlafzimmer und einem grossen Balkon mit Abendsonne! Es ist eine riesige Hotelanlage mit über 400 Appartments und eigenem Strand... es ist überwältigend! Keine Ahnung wie wir das angestellt haben... schöne Überraschung!

Morgen gibts dann eine Insel Tour :-)

Ist es nicht herrlich, morgens von einem Güggel geweckt zu werden? Und ist es nicht absolut unherrlich, wenn der Güggel falsch gestellt ist und um 2 Uhr nachts bereits kräht?

Warum es hier überhaupt so viele Hühner hat? Dazu hab ich einen amüsanten Bericht im Spiegel online gefunden:

"Das Drama nahm vor über 15 Jahren seinen Lauf, als Hurrikan "Iniki" Käfige mit Hühnern zerstörte. Hennen und Hähne, ursprünglich für illegale Kämpfe gezüchtet, flüchteten und vermehrten sich rasant auf der Hawaii-Insel Kauai. Tausende Tiere rauben den Einwohnern nun den Schlaf, legen ihre Eier überall ab, auch in den Auslagen der Souvenirhändler. Vor allem aber sorgen sie für Zwietracht unter den 63 000 Insulanern. Einige deklarieren die Hähne zur Touristenattraktion, verkaufen T-Shirts mit einem Hahn drauf und der Zeile: "Offiziell ungefährdete Art". Andere versuchen mit Gift und Schrot, die Kreaturen zu dezimieren, weil auf dem Eiland die Mungos als Fressfeinde fehlen. Der Suppentopf als Waffe eignet sich nur schlecht: Die Biester sind so zäh, dass bereits folgender Koch Tipp kursiert: Leg den Hahn mit einem Lavastein in den Topf, und wenn der Stein weich ist, lasse das Fleisch noch zwei weitere Stunden auf dem Herd."

Aber neben dem ganzen Geflügel hat Kauai noch viel mehr zu bieten! Und so entstanden diese wunderbaren Bilder auf unserer Inseltour. Auch ins Meer haben wir uns nun endlich getraut:-) Weiter sahen wir wunderschöne Wasserfälle und einen herzigen Leuchtturm.

Das Wetter weiss nicht so recht was es will, es scheint mir weibliche Züge zu haben... aber es ist die ganze Zeit heiss, mal mit und mal ohne Sonne!

Für morgen früh haben wir eine Stand Up Paddle Tour gebucht (Nici wird uns beneiden...). Ich glaub ich stell den Güggel draussen mal auf 06.30 Uhr.

Die Nacht war kurz, der Tag begann früh. Wir standen um 7.30 Uhr bereit für unsere Stand Up Paddle (SUP) Tour. Unsere kleine Gruppe fand sich nahdisnah ein, bis wir mit 6 Personen und einem Tourguide vollzählig waren. Beim Tourguide hatten wir immer wieder das seltsame Bedürfnis etwas zu essen oder trinken zu bestellen... das lag wohl daran, dass er vor zwei Tagen bei unserem Nachtessen hier im Resort der Kellner war :-) Es ist hier nicht untypisch, dass man mehrere Jobs ausübt...

Michi findet es übrigens noch erwähnenswert, dass er gerade einen Video am zurückspulen ist, den wir nachher schauen werden. So einen mit einem Band drin und zwei Löcher. Trotz der Löcher, ist der Film aber vollständig drauf. Verruckti Technik...

Zurück zur Tour: Wir fuhren mit dem Kellner zu einem Fluss an der Westküste. Dort bekamen wir eine kurze Instruktion und schon durften wir losbrettern. Der Fluss hatte eine relativ starke Strömung, so dass das Paddeln gar nicht mal so anstrengend war. Kurzzeitig wurden wir auch wieder voll verschifft, aber das stört hier wirklich überhaupt nicht.

Das Suppen hat echt Spass gemacht! Wir beendeten dann aber unsere Tour auf dem Fluss und führten diese auf dem Land fort. Dort durchquerten wir einen halben Jungel und legten eine ordentliche Strecke zurück, bis wir bei unserem Lunch Platz ankamen. Es war einfach ein wunderschöner Ort! Es gab einen Wasserfall und einen gespannten Draht, über welchen man mit einer Seilrutsche fahren und ins Wasser plumbsen konnte. Siehe Foto. Man konnte auch ohne Seilrutsche 6 Meter ins Wasser springen - Michi hat seine Höhenangst bezwungen und dies gemacht :-)

Später ging es wieder über einen Umweg zurück zum Wasser. Die Natur die wir durchquerten war schon einmalig! Immer wieder reichte uns unser Kellner irgendwelche exotische Früchte zum probieren, die er unterwegs auflas oder pflückte.

Auf dem Umweg kamen wir zu einem kleinen See, in welchen man sich mit dem Seil reinschwingen konnte. Hier wurde ein grosser Teil vom Pirates of the Caribbean 4 Film gedreht. Auch an einem Drehort von Indiana Jones kamen wir vorbei. Kauai ist allgemein ein beliebter Drehort für Hollywood Filme.

Als wir zurück beim Wasser waren ging ein Tsunami Alarm los. Der Kellner meinte noch, dass Testalarme eigentlich immer am ersten vom Monat seien. Auch der Boats Captain, der uns zurückbrachte, war erstaunt. Von den Signaltönen her, war es offenbar eine hohe Alarmstufe... aber wir ignorierten es alle erfolgreich und der Tsunami wurde von unserer Ignoranz wohl abgeschreckt.

Als die Tour dann fertig war, waren wir schon mitten im Nachmittag angekommen und so entschieden wir uns, noch das nah gelegene Spouting Horn zu besichtigen. Immerhin ist dieses, die meist fotografierte Attraktion auf Kauai, da müssen wir ja schon unseren Teil dazu beitragen, dass das so bleibt. Grundsätzlich ist das einfach eine Höhle im Lavagestein, aus welchem durch die Wellen regelmässig meterhohe Wasserfontänen mit einem Gedonner rausspritzen.

Das ist aber viel zu logisch und deshalb gibt’s noch eine herzige hawaiianische Legende dazu:
"Die Ureinwohner Hawaiis glaubten, dass dieser Küstenstreifen von einer riesigen Moo (Eidechse) namens Kaikapu bewacht wurde. Jeder hatte Angst vor dem Ungetüm, weil es alle auffraß, die in seiner Umgebung angelten oder schwammen. Eines Tages sprang der Junge Liko in den Ozean, um die Eidechse zu überlisten. Kaikapu griff ihn an, aber Liko rammte einen spitzen Stab in das Maul des Ungeheuers, tauchte unter den Vorsprung aus Lavagestein und entkam durch ein kleines Loch an der Oberfläche. Die Moo verfolgte Liko und blieb im Lavaschlot stecken. Bis zum heutigen Tag kann man das Brüllen der Eidechse hören und sieht die Atemluft aus dem Geysir sprühen."

Morgen schauen wir uns dann mal die Na Pali Coast mit dem Katamaran an, das wird auch wieder schön :-)

Als kleine Erinnerung an den gestrigen Dschungel Ausflug durften wir heute gewisse Stellen am Bein besser spüren als sonst. Die zu kratzenden Stellen sind nun alle mit einem roten Punkt markiert, das macht es einfacher. Heimtückische mühsame Mücken!

Nachdem wir fertig gekratzt haben, ging’s zum verträumten Dörflein Hanapepe, wo wir eine süsse Hängebrücke entdeckten. Danach düsten wir weiter an den Strand, wo wir die Zeit vertrieben, bis zu unserem Katamaran Abenteuer.

Dieses startete dann überpünktlich um 14.30 Uhr und alles schien so perfekt. 4,5 Stunden Katamaran Dinner und Sunset Tour entlang der herrlichen Na Pali Coast!

Die Na Pali Küste ist eines der Highlights auf Kauai! Über 35 Km erstrecken sich die grünen Klippen, die teilweise fast senkrecht vom Meer 1200 Meter majestätisch in die Höhe ragen. Die einzige Möglichkeit diese Klippen zu besichtigen ist per Schiff, Helikopter oder zu Fuss. Diese Klippen so nahe zu erleben war gewaltig und sehr sehr eindrücklich!

Was das ganze Erlebnis noch viel spezieller machte: zeitweise wurden wir von Delphinen begleitet - es hatte unzählige davon und sie schwammen ganz nah mit uns.

Von weitem konnte man auch die Insel Nihau sehen, die als die verbotene Insel bekannt ist. Sie ist in Privatbesitz und darauf leben etwa 150 Hawaiianer ganz ohne moderne Technik, einfach nur mit dem, was die Insel so hergibt. Das kann man sich so gar nicht vorstellen...

Während dem Dinner setzte der Captain dann die Segel und der Katamaran wurde deutlich gemütlicher, und auch langsamer.

Leider machte ich auf der Tour meine ersten Seekrankheit Erfahrungen. Die waren gar nicht mal so toll - muss ich von mir aus nicht wieder machen. Michi machte dafür Nichtraucher Erfahrungen... es scheint, als wäre er der allereinzige Raucher auf der ganzen Insel...

Morgen dann zum Abschluss der Waimea Canion. Am Samstag geht’s weiter nach Maui.

Wieder ein Tag der früh begann. Und dann sind wir sogar noch kriminell geworden, aber dazu später mehr.

Wir nissanten früh morgens los in Richtung Waimea und von dort aus zum Waimea Canyon. Dieser Canyon hat den Übernamen "Grand Canyon of the Pacific". Vor langer Zeit hat ein heftiges Erdbeben die Insel mal fast entzweit, dabei entstand diese imposante Naturkulisse. Auf dem Katamaran gestern erhielten wir den Tipp, früh da zu sein, weil schnell die Wolken einziehen auf Kosten der schönen Aussicht.

So kurvten wir mit unserem gefühlt 5 PS starken Nissan die schwungvoll grünen Kurven empor bis zum Ende der Strasse. Es war sehr windig da oben, aber die Aussicht war wie erwartet gewaltig und eindrücklich! Man sah auf das über 1000 Meter darunter liegende blaue Meer, sah saftig grüne Abhänge, rotes Gestein und hörte dabei Vögel zwitschern und Geissen blöken. Warum auch immer Geissen.

Von ganz oben arbeiteten wir uns von Lookout zu Lookout wieder runter und freuten uns, vor den Touristen Cars da gewesen zu sein.

Später ging’s an den Strand und danach lockte uns der Hunger in ein italienisches Restaurant. Nichts ahnend packten wir unser Yatzy aus und führten unseren eisernen Kampf um die meisten Siege weiter. Da kam doch die Servierschnalle zu uns und meinte wir dürfen nicht weiter spielen, da dies gegen das Gambling Law verstosse. Wir versuchten ihr zu erklären, dass wir nicht um Geld spielen und ob sie das Spiel überhaupt kenne. Wir haben dann sogar mit der Managerin gesprochen und sie blieben hart. Es sind Würfel, es erinnert an Poker und es ist nicht erlaubt. Ungläubig hörten wir auf zu spielen, behielten die Würfel aber demonstrativ auf dem Tisch. Eine längere Internet Recherche ergab dann, dass auf Hawaii und Utah tatsächlich ein sehr striktes Glücksspiel Gesetz gelte. Wir dürfen unser geliebtes Yatzy weder im Hotel, noch in einem Restaurant oder einem sonstigen öffentlichen Ort spielen. Da wir uns auf keinen Fall daran halten werden, sind wir nun wohl offiziell kriminell. Ich führe übrigens mit 9 zu 8 Siegen.

Über den Frust hinweg tröstete uns dann der, erst am letzten Tag entdeckte, Hotelpool. Beim Pool gab es einen künstlichen Strand, einen Wasserfall, viele Palmen, eine Rutschbahn, Cocktailbar, Bedienung und kaum Besucher. So lässt’s sich leben :-)

Morgen geht’s dann nach beautiful Maui.

Ursprünglich hatten wir vor Monaten einen direkten Flug von Kauai nach Maui gebucht. Ein paar Wochen vor den Ferien wurde dieser aber von der Hawaiian Airline zu einem Flug via Honolulu umgebucht. Wir nahmen dies einfach mal so hin.

Heute brachten wir vor dem Flug den Mietwagen zurück und waren dank Puffer hier und da wieder recht früh am Flughafen. Habt ihr euch auch schon immer gefragt, was diejenigen verbrochen haben, die im Flughafen ausgerufen werden? Sind das Verbrecher? Piloten? Verlorene Kinder? Erfundene Namen um die Leute zu unterhalten? Heute waren es unsere Namen, die übers Mikro chrosten. Ungläubig begaben wir uns an den angewiesenen Ort und siehe da, sie haben uns auf einen früheren, direkten Flug nach Maui gesetzt. Wir konnten sofort ins Flugzeug steigen. Wir waren früher in Maui, als unser eigentliche Flug überhaupt gestartet hätte :-)

Die kurzen Flüge von Insel zu Insel kann man eigentlich unter Sightseeing abbuchen. Man fliegt so tief, dass man sich gemütlich die vorbeifliegenden Inseln von oben genau anschauen kann, zuerst Oahu, dann in der Nähe von Maui die Insel Molokai (mit nur einer Ortschaft und der Leprakolonie - kein Massentourismus, dafür viel Anbau von Wassermelonen), die Insel Lanai (nicht sehr touristisch, es hat vor allem Ananas) und dann sieht man noch die Insel wo ich mir den Namen nie merken kann, Kaho'olawe (Ich probier’s mal mit der Eselsbrücke Kölle Alaaf - auf jeden Fall ist es die kleinste Insel, ist im Privatbesitz und unbewohnt). Maui ist die zweitgrösste Insel mit 64 x 42 km und hat ca. 150 000 Einwohner. Das ist immerhin 150 mal so viel wie Bünzen :-)

In Maui holten wir schnurstracks unseren neuen Mietflitzer ab und siehe da, ein roter Feuerblitz, ein Chevi.

Wir machten damit geradewegs die südwestliche Seite Mauis unsicher. Wir sahen Überreste vom letzten Vulkanausbruch 1790 und fanden so was ähnliches wie ein Black Sand Beach. Es war ein schönes Inseltüürli.

Dann bezogen wir das Hotel. Beim Abendessen haben sich dann die Amis bei der Schnellabfertigung der Gäste einmal mehr übertroffen. Während Michi noch am Essen war, wurde mein Essen abgeräumt, nach Dessert gefragt und die Rechnung auf den Tisch geschoben. Sehr schade, dass hier beim auswärts Essen völlig auf das gesellige Drumherum verzichtet wird. Eine unsympathische Effizienz. Jänu, wir bleiben ja nicht.

Heut geht’s dann früh ins Bett. Um 4.00 Uhr gehts dann los in Richtung Haleakala Vulkan, auf welchem wir uns in 3000 Meter Höhe den Sonnenaufgang anschauen werden... tönt romantisch :

Und jeeeetzt freuen wir uns auf eine Güggelfreie Nacht! Endlich!

Um 3 Uhr machte sich der Wecker bemerkbar, wir konnten ihn noch ein paar Minuten ignorieren - aber er blieb ziemlich hartnäckig und wurde dem schlechten Ruf der Wecker gerecht!

Um 3.30 Uhr waren wir bereits unterwegs im Auto in Richtung Haleakala. Reiseführer und Internet waren sich einig: für den Sonnenaufgang sollte man früh da sein, aus Parkplatz Mangel und weil sie einem wenn es dumm kommt gar nicht erst hochlassen, wenn schon zu viele da sind. Um 5 Uhr parkierten wir beim 3055 Meter hoch gelegenen Summit vom Haleakala.

Haleakala bedeutet "Haus der Sonne" und ist mit der Sage verbunden, dass der Halbgott Maui die Sonne dort eingefangen habe. Es ist ein Schildvulkan, der mehr als 75% von ganz Maui ausmacht. Das letzte Mal ist er vor etwa ca. 225 Jahren ausgebrochen. Wahrscheinlich konnte die Sonne damals ausbrechen, denn ich hab sie seither schon hie und da am Himmel gesehen! Heute zwar eher weniger!

Es war auf jeden Fall sehr sehr kalt um 5 Uhr früh, bei viel Wind, auf 3055 Meter bei etwas über 0 Grad zu uns gewohnten 30 Grad. Wir haben uns, im Gegensatz zu einigen Flip Flop Touristen, sehr warm eingepackt und dennoch froren wir am ganzen Körper und suchten Windschatten im kleinen Unterstand da oben.

Um 5.45 Uhr sah man den Himmel sich etwas rötlich einfärben... alle Besucher strömten oder flipfloppten aus dem Unterstand und zückten ihre Handys und Kameras. So auch wir!

Leider leider war es etwas bewölkt, so dass wir das ganze Spektakel nicht in der vollen Pracht miterleben konnten - es hat sich dennoch gelohnt!

Die Wolken färbten sich nach und nach in orange und pinke Töne ein und zogen vor uns durch. Plötzlich blendete einem der erste Sonnenstrahl direkt ins Auge.

Wir genossen das Farbenspiel noch weiter, bis sich die Sonne dann vollständig vom Horizont gelöst und sich am Himmel präsentiert hat.

Eine Weile blieben wir noch oben und bewunderten die Mondlandschaft ähnliche Gegend (als ob ich wüsste wie es auf dem Mond ausschaut :-) ).

Auf dem Rückweg zogen immer mehr Wolken und auch Regen auf und dies sollte dann den ganzen Tag so bleiben... Leider auch in den folgenden Tagen - es ist echt grad nicht so, wie man sich Hawaii so vorstellt und es schlägt auch aufs Gemüt.

Trotzdem, morgen befahren wir die berühmte Road to Hana, auf welcher es viel zu sehen gibt. Vielleicht gibt’s ja auch eine Sonnengöttin irgendwo, die es gut mit uns meint...

Es gibt sie also, die Sonnengöttin - und sie liest meine Brichtli :-) Heute war es entgegen der Vorhersage gar nicht mal sooo schlecht. Vereinzelt sonnig und gar kein Regen, wunderbares Wetter für unser heutiges Vorhaben: Die famous Road to Hana.

Bei dieser Strasse heisst es, dass der Weg das Ziel sei! Die Road ist an sich nur 84 km lang, es dauert aber ungefähr 2,5 Stunden diese zu fahren, da die Strasse sich um über 600 Kurven und über 50 Brücken schlängelt. Als Schweizer fährt man das ja locker, aber sag das mal denen vor uns! Zwar waren es keine Holländer mit Camper, aber es hätte auch keinen Unterschied mehr gemacht.

Aber genug der Lästerei, denn wir hatten es echt super und es gab so viele Orte wo man spontan anhielt und immer was zu sehen hatte. Schöne Aussichten und viele viele Wasserfälle, die gewaltige Massen an Wasser mitführten, da es in letzter Zeit viel geregnet hat.

An unserem allerersten Stop durften wir sogar eine Hawaiian Seamonk bei ihrem Strandbad bewundern. Diese Mönchsrobbenart ist vom Ausstreben bedroht und kommt nur in Hawaii vor.

Ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern was wir heute so erlebt haben, es war so viel :-) An einem Black Sand Beach waren wir auch noch und dieser war bezaubernd schön. Aber getoppt wurde dieser noch vom paradiesischen Red Sand Beach! Von denen gibt es nur einzelne auf der ganzen Welt und dieser hier war sehr schwer zu erreichen. Man musste fast den Klippen entlang klettern (und ich in Flip Flops:-) ). Es war echt gefährlich, aber hat sich sowas von gelohnt! Diesen Platz werde ich nun sowieso nie mehr vergessen :-)

Und weil es uns so gut geht und alles so perfekt ist, lassen wir uns morgen das Frühstück aufs Zimmer bringen. Wir haben es uns verdient :-)

Der Plan war folgender:
Auf der Hana Road weiterfahren und auf der andere Seite der Insel nach Norden fahren.

Die Umsetzung war folgende:
Gleicher Weg zurück.

Ich mag es gar nicht, Strecken doppelt zu befahren, aber es hat so stark geregnet, dass es Erdrutsche gab und Schlaglöcher entstanden - uns wurde von dieser Strecke stark abgeraten. Und wir sind ja serös :-)

Dafür waren wir in diese Richtung praktisch alleine unterwegs, alle Holländer schliefen noch.

Erfreulicherweise ist das Wetter auf der nord-westlichen Seite der Insel wesentlich besser! So stell ich mir Hawaii vor :-)

Nach einem kurzen Abstecher ins Ocean Center drivten wir zu unserer heutigen Final Destination "Lahaina". Dort verschlug es uns erst mal an den Strand: Sonne tanken, so viel es geht! Lahaina heisst zu deutsch "gnadenlose Sonne". Am Strand lagen schon sehr viele Leute, aber es störte nicht, sie waren alle schon tot. Jaa... ein Strand direkt an einem Friedhof ist jetzt vielleicht nicht das was man sich so als erstes wünscht :-)

Jetzt gerade sitze ich im Lahaina Theatre. Michi ist draussen am rauchen - brav 20 Füsse vom Gebäude entfernt (ist immer ein riesen Aufwand bis er jeweils all die Füsse aufgetrieben hat...). Was ich aber erzählen wollte: Jetzt machen wir mal was richtig Touristisches: wir schauen uns, mit vielen Grossmamis, die Elvis Show "Burn'n Love" an. So weit sind wir also gekommen :-) Wir freuen uns.

Nach dem Ausschlafen machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Nahili Beach. Das Internet versprach uns da einen wunderschönen Strand und viele Sea Turtles... man sollte nicht alles glauben was im Internet steht! Weder Raffaello noch Donatello noch Michelangelo, und wie sie alle heissen, waren da! Einige Seekühe sahen wir, aber in Gestalt von Menschen! Der Strand war völlig überfüllt und eher klein. Wir gaben ihm dennoch eine Chance, doch als das Meer dann noch mehr vom Strand einnehmen wollte (es liess grad noch so knapp eine Badetuch Breite übrig) sind wir an den viel gemütlicheren Hotelpool verduftet.

Man hätte hier auf Maui sicherlich noch so einiges besichtigen können, aber heute fehlte uns die Energie dazu. Morgen gehts weiter nach Big Island und wir konnten die Zeit super nutzen um uns darauf vorzubereiten. Volcano Helicopter Tour für morgen haben wir auch gleich reserviert - es kommt noch aus, ob er morgen durchgeführt wird, sonst an einem anderen Tag...

Big Island ist die einzige Hawaii-Insel die noch aktive Vulkane besitzt, zwei davon. Wir hoffen sehr, flüssiges Lava zu sehen... Kilauea (der Drive In Vulkan) ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und seine Erruption dauert seit 1983 an - ja liebe Männer, das dürft ihr beneiden!

Am Abend verschlug es uns dann wieder ins mega herzige Stadtzentrum von Lahaina. Lahaina war vor Honolulu für 25 Jahre die Hauptstadt von Hawaii. Es ist sehr gemütlich hier durch die Strassen zu schlendern und zu shoppen. Fasch wie Ferie :-) Im Roxy/Quiksilver Store hängen jetzt nur noch ein paar einsame Kleiderbügel verloren in den Regalen herum... :-)

Und wieder ein früher und kurzer Flug, der uns von Maui nach Big Island brachte. Big Island ist nun die letzte Insel, die wir besichtigen werden. Danach geht’s wieder nach Honolulu auf der Insel Oahu.

Nach dem Flug holten wir wie üblich direkt das Mietauto ab und da wollten die uns doch tatsächlich wieder so einen Nissan unterjubeln :-) Wir liessen uns vom Upgrade Angebot verlocken und fahren nun etwas grösseres und amerikanischeres: Einen Ford Escape.

Zwischenzeitlich war Michi immer wieder in Mail Kontakt mit der Helikopter Firma. Zuerst hiess es wir können nicht fliegen und dann aber doch... ein hin und her, schlussendlich klappte es aber wirklich! Zum Glück, denn das gute Wetter wird scheinbar auch hier ab morgen von schlechtem abgelöst... das kennen wir ja langsam. Diverse Hurricans und das Klimaphänomen El Nino haben da auch noch ihre Finger im Spiel....

Im Wartesaal beim Helicopter Flugplatz lernten wir dann unsere Fluggruppe kennen. Einer der Gruppe war ein überaus gesprächiger und gleichermassen unverständlicher Aussi. Er war auf Hawaii, weil in Honolulu ein internationales Unterwasser-Hockey Spiel stattfand. So was darf man natürlich nicht verpassen... :-) Viel sinnlosere Sportarten gibt es ja glaub ich kaum, um unter Wasser zu spielen.

Natürlich mussten wir uns noch ganz diskret wägen und wurden dann nach Gewicht einem Platz zugewiesen. Ich weiss jetzt nicht genau wie ich das verstehen soll, dass alle grossen , schweren Männer links aussen sassen und ich als "Gegengewicht" ganz rechts? Ich meine sooo lang bin ich doch jetzt auch noch nicht in Amerika...

Aber ich red um den heissen Brei herum, oder besser gesagt um das heisse Lava! Denn genau dieses haben wir vom Helikopter aus gesehen! Nicht in grossen Stömen oder sprühend, sondern eher so punktuell, langsam fliessend und sehr schnell abkühlend und ergrauend. Es war wahnsinnig beeindruckend, so wie die ganze rauchige Vulkan Region, die wir überflogen.

Morgen widmen wir den ganzen Tag dem Auskundschaften vom Hawaii Volcanoes National Park. Wir sind ganz gespannt.

Auf Big Island gibt es übrigens keine Güggel, welche uns wach halten werden... hier sind es die Vögel! Sie sind laut, sie sind schrill und sie sind überall!

Heute waren wir auf den Spuren von Madame Pele. Sie ist nach hawaiianischem Glauben eine Feuer- und Vulkangöttin und damit für so einiges hier im Pazifik verantwortlich.

Pele sei etwas aufmüpfig und hatte deshalb auch immer Streit mit ihrer Schwester, der Wassergöttin, und auch mit der Schneegöttin. Frauen halt.

Pele's Spur führte uns in den Hawaiian National Park of Volcanoes. Unsere Auskundschafttour startete beim Visitor Center, wo uns eine Park Rangerin gleich einen Besichtigungsplan zurechtlegte, welchen wir brav befolgten.

Als erstes machten wir eine 2 stündige Wanderung um und in einem Krater. Das war sehr imposant, aber auch sehr anstrengend. Der Krater war riesig und völlig überraschend mussten wir gleich viele Höhenmeter wieder emporsteigen, wie wir nach unten durften. Kein Lift oder Rolltreppe, vielleicht auch der Grund warum man da keine Amis antraf. Im Krater sahen wir immer mal wieder Dampfwolken aus irgendwelchen Rissen hochsteigen, die echt heiss waren. Da brodelt wirklich was unter uns!

Auf dem Weg lernten wir ein deutsches Honeymoon-Paar kennen und wir plauderten die ganze Zeit und tauschten Erfahrungen und Tipps aus. Der Axel und die Sonja aus Münster waren echt nett.

Später fuhren wir etwas weiter zur Lava Tube, wo man auch kurz durchwandern konnte. Das war einfach so eine Röhre aus Lava. So was entsteht, wenn das flüssige Lava aussen schneller abkühlt als innen... dafür muss es ziemlich dünnflüssig sein und an einem etwas abfallenden Hang... irgendwie so.

Als nächstes stand auf unserem Ranger Plan, dass wir an das Ende einer Strasse am Meer fahren sollen. Das war leider einiges weniger spektakulär als erwartet, oder wie es vor 8 Jahren war, als ich mal hier war. Damals sah man echt das Ende der Strasse, welche von einem Lava Strom zugeschüttet wurde. Man sah auch noch Strassenschilder so halb aus dem Boden ragen... ja aber heute war die Strasse schon recht früh abgeriegelt und man musste sehr weit laufen und sah dafür nichts. Naja nicht ganz nichts, man sah seeeeehr viel Lava, unglaubliche Massen, die da einfach mal ein ganzes Dorf überschüttet hatten.

Als letzter Punkt stand dann das Hightlight vom heutigen Tag an. Wir warteten beim Jagger Museum auf das Einbrechen der Nacht (wird die Nacht für so was eigentlich nicht bestraft?). In der Dunkelheit konnte man bei einem nahegelegenen Krater die Dampfwolke ganz in pink und rot eingefärbt sehen. Es sah aus wie das Tor zur Hölle! Sehr eindrücklich und auch angsteinflössend.

Jetzt sind wir aber recht müde vom vielen Laufen. Morgen wird’s dann weniger streng, hoffentlich.

Heute waren erfreulicherweise die Vögel mal ruhig, dafür hatte es cats and dogs geregnet! Und das praktisch den ganzen Tag! Und mit dem Regen wurden unsere Pläne und unsere Unternehmenslust weggeschwemmt. Mit Hilo haben wir zwar eine gute Ausganslage für Tagesausflüge erwischt, aber auch wieder eine der regenreichsten Städte überhaupt.

Fürs Tsunami Musem hat die Lust grad noch knapp gereicht. Da haben wir gelernt, dass das Wasser in grossen Mengen nicht unbedingt immer von oben kommen muss. Hilo speziell, aber auch Hawaii ganz allgemein, wurde schon diverse Male von zerstörerischen Tsunamies heimgesucht - zum Beispiel verursacht durch Erdbeben in Alaska oder Chile. Der nächste wäre schon lange überfällig... als Haupttipp haben wir mitgenommen, dass man vom Strand verschwinden soll, wenn man ein Erdbeben spürt. Und natürlich soll man die Alarmsignale ernst nehmen, so wie wir es in Maui genau nicht machten...

Irgendwie brachten wir den Tag dann halbwegs durch... wir versuchten noch erfolglos einen Massagetermin zu erwischen, haben uns dann aber fürs Kino entschieden.

"The intern" war eine gute Film-Wahl. Wenn man in den USA ins Kino geht, muss man wissen, dass diese immer sehr kalt sind, dass es unnummerierte Plätze und keine Pausen gibt. Ja und dann halt noch das mit den unrealistisch grossen Portionen... ein medium Getränk ist ein Liter. Eine medium Portion Popcorn sind bei uns zwei Grosse zusammen, und dann erst noch mit Butter überzogen.

Das Filmende war etwas überraschend, plötzlich war alles schwarz und es lief nur noch der Ton. Der Abspann war aber gut zu hören und da sich am Schluss ja alles zum
Guten gewendet hat im Film, konnten wir das Kino mit gutem Gewissen verlassen.

Verlassen werden wir morgen, auch mit gutem Gewissen, das verregnete Hilo. Wir fahren durch den Süden rüber nach Kailua-Kona, ein Ort der für das gute Wetter bekannt ist! Auf dem Weg machen wir noch einen Abstecher zum sehr seltenen Green Sand Beach und auch noch zu einem Black Sand Beach mit hohem Sea-Turtle Potential.

Wir freuen uns auf die letzten zwei Tage Big Island.

 

Die ganze Nacht über hat es weitergeregnet und wir lasen im Internet von einem Tropical Storm, der am stärker werden ist und am Montag wohl zu einem Hurrican wird. Ob er das Festland erreicht ist wohl noch ungewiss.

Einen Moment haben wir daher überlegt, die Route durch den Süden auszulassen und direkt in den Westen zu fahren. Glücklicherweise haben wir dies dann aber doch gemacht! Auch wenn der platte Reifen am Morgen als schlechtes Omen hätte gedeutet werden können...

Das Auto kurz und unkompliziert ausgetauscht machten wir uns auf den Weg zum Punalu'u Black Sand Beach. Die Menschenmenge, die da am Strand schon von weitem zu erkennen war, liess uns hoffen. Und siehe da, wir fanden da tatsächlich eine Wasserschildkröte vor! Unsere Geduld wurde nach einer Weile sogar mit einer zweiten belohnt!

Dann fuhr uns unser neuer Flitzer weiter an den Arsch der Welt! Der südlichste Punkt von Amerika, noch südlicher als Key West in Florida. Da fand man vor allem Touristen und Klippenspringer vor...

Als nächstes folgte unser Highlight, auf das wir uns sehr gefreut haben: Green Sand Beach! Er war sehr schwer zu erreichen, entweder man läuft 3 Meilen in brühender Sonne einen holprigen Weg, oder man zahlt einem Einheimischen 15 Dollar, der einem einmal hin und wieder zurückfuhr. Es war seeehr holprig auf dem Pickup und eine Strasse war da definitiv nicht erkennbar. Gelohnt hat es sich aber... der Sand war jetzt nicht grasgrün, aber deutlich zu unterscheiden von Standardsand und in olivgrünem Farbton. Es sah schön aus. Auf der Rückfahrt hab ich mich dann ins Auto reingesetzt und Michi harrte in der prallen Sonne bei zeitweise über 40ig Grad! Dementsprechend leidet er jetzt gerade auch :-)
Nach einer weiteren langen Fahrt sind wir danach in Kailua-Kona angelangt, wo wir die letzten beiden Big Island Nächte verbringen werden. Das Hotel ist toll und gut gelegen. Das Städtlein ist einladend und wieder einiges touristischer und auch wärmer als gewohnt.

Den Abend liessen wir ausklingen bei einem Sunset Dinner bei Babba Gump.

An unserem letzten Big Island Tag begaben wir uns erneut auf eine kleine Reise zum nahegelegenen Puuhonua o Honaunau National Historical Park. (Versuch mal den Namen schnell 5 mal hintereinander zu sagen :-) ).

Der Park bot uns einen weiteren kleinen Einblick in die hawaiianische Kultur. In diesem Park standen früher die königlichen Hofanlagen. Weniger Palast und Glitzer und Glamour, eher so Strohhütten und Lavastein - und Sea-Turtles, schon wieder :-)

Noch früher war der Ort eine Zuflucht für hawaiische Gesetzesbrecher.

"Kapu (der Wortursprung fürs deutsche Wort "Tabu"), auch die heiligen Gesetze genannt, waren von grösster Bedeutung in der hawaiischen Kultur und eine Verletzung eines dieser „Kapu“ konnte sogar die Todesstrafe bedeuten. Die einzige Möglichkeit eines Kapu-Brechers, zu überleben, bestand darin, seinen Verfolgern zu entkommen und einen „puuhonua“, d. h. einen heiligen Zufluchtsort, zu erreichen. Einmal dort angekommen, wurde eine Zeremonie der Absolution abgehalten und der Tabubrecher konnte in die Gesellschaft zurückkehren." Das hört sich eigentlich eher nach einer amerikanischen Fernseh-Serie an...

Eines dieser Kapu war zum Beispiel, dass Frauen keine Bananen essen durften :-) Oder auch das Betreten des Schattens eines Oberen oder ihm direkt in die Augen zu schauen.

"Der Vollzug der Todesstrafe wegen Tabubruchs war keine Seltenheit. Darüber hinaus war das Brechen der Knochen und das Herausreissen der Augen als Strafe üblich." Aua!

Das Kapu-System war so um 1800 aktiv, wurde dann aber abgeschafft. Etwas vorher noch landete James Cook auf den Hawaii Inseln und gab ihnen den Name "Sandwich Inseln" - ein Jahr später wurde er umgebracht (hätte sich wohl einen besseren Namen ausdenken sollen). Dann gab es noch den berühmten König Kamehameha, der die Hawaii Inseln vereinte. Nachdem dieser starb und sein Sohn eben das Kapu System abschaffte, wurde es irgendwie langweilig und dann kamen auch schon die Missionare, die mit Walfang und Handel wirtschaftlichen Aufschwung brachten. Neben dem Aufschwung brachten sie auch unzählige Krankheiten mit, gegen diese die Einheimischen nicht resistent waren und löschten damit 80-90% der Urbewohner aus! Dann kamen amerikanische Kolonisten, die die Wirtschaft übernahmen und die 1898 Hawaii als amerikanisches Territorium erklärten. Flagge reinstecken - 3,2,1 meins. Hawaii boomte weiter mit seinen Zucker- und Ananasplantagen und es kamen viele viele Einwanderer. 1941 machte Japan den Überraschungsangriff auf Perl Harbor und 1959 wurde Hawaii zum 50. Bundesstaat der USA.

So das war noch ein Kurzabriss der Geschichte von Hawaii, für die die es interessiert.

Später reisten wir zurück zum schnusigen Kailua-Kona Städtlein, wo sich schon alle für den Ironman parat machen, der am Wochenende hier stattfindet.

Morgen geht’s zurück nach Oahu, wo wir die letzten beiden Tage verbringen werden.

Pünktlich um 5.00 Uhr weckte uns der Hotel Weckdienst. Etwas ärgerlich war aber, dass wir gar keinen Weckdienst bestellt haben und eigentlich bis 7 Uhr hätten schlafen können... ich bin mir sicher irgendein anderer Hotelgast hat nun seinen Flug verpasst...

Als wir dann offiziell aufstanden, ging es los mit dem Prozedere, das wir nun schon ein paarmal durchgemacht haben: Mietauto abgeben, einchecken, kurz fliegen, irgendwie zum Hotel kommen. Heute kam noch "im Stau stehen" dazu, ja wir sind wieder in einer Grossstadt.

Es ist schön wieder zurück in Honolulu, Waikiki zu sein... es läuft hier viel und es macht Spass einfach durch die Strassen zu laufen und zu "gänggele". Das Wetter ist auch gut, nicht zu warm, nicht zu kalt.

Heute haben wir auch noch Flip getroffen, den wir auch vor 2 Jahren besucht haben. Er war bei meinem Sprachaufenthalt vor ein paar Jahren der Activity-Manager an der Sprachschule...

Lustigerweise war er genau in dieser Zeit, als wir nun in Hawaii waren, endlich mal in der Schweiz, wie er es schon viele Jahre versprochen hat :-)

Inzwischen sind wir schon ziemlich auf "Heimkommen" eingestellt. Morgen ist unser letzter Tag und am Donnerstag früh morgens startet unsere seeehr lange Heimreise. Die Heimreise dauert immer so viel länger als die Hinreise und dann kommt noch der Flug in Richtung Osten dazu. Man hätte in den letzten Jahren mehr ins Beamen investieren sollen.

Heute haben wir noch ein letztes Mal das Hawaii genossen, wie es all den Touristen hier in Waikiki präsentiert wird. Von überall her hört man Ukulele Musik und hawaiianischen Gesang, im Ala Moana Center gab es eine Hula Vorführung, am Strand vermieten sie Surfbretter, überall wird Cocktails geschlürft und die Sonne verbreitet gute Laune und Sonnenbrand. Überall Souveniershops mit verschiedenen Namen und gleichem Inhalt, Strassenanquatscher, die einem auf der Strasse ständig anquatschen und wieder ein "Somewhere over the Rainbow", das einem aus einem Laden anträllert.

Ein letztes Mal im Hardrock Cafe, wo wir unseren illegalen Yathzee Wettkampf weiterführten. Ein letztes Mal am Strand, am Waikiki Beach, am/im Pool, im ABC Store.

Und doch ist es nicht traurig zu gehen, man freut sich eigentlich nur noch aufs eigene Bett, auf die Familie, Freunde, sogar auf die Arbeit (nicht auf die neuen unpersönlichen Arbeitsplätze!) - man freut sich einfach auf sein Leben. Ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen, wenn man so fühlt!

Worauf wir uns nicht freuen, sind fast 24 Stunden Reisezeit! Unser Taxi holt uns um 4 Uhr früh (bei euch Donnerstag 16.00 Uhr) ab und in Zürich kommen wir am Freitag um etwa die gleiche Zeit an! Das ist lange... kann man nicht einfach hochspringen und da 12 Stunden warten, bis sich die Erde einmal halb gedreht hat und dann wieder runter? Oder so ein Tunnel durch die Erde machen, dann wäre es auch näher - so von Bünzen nach Honolulu. Nun wir versuchen das Beste draus zu machen, vielleicht haben wir ja "Rüggewind".