Wie soll man bei diesem Euro Stress noch nachkommen mit bloggen, kann mir das Jemand verraten :-)?

Ich versuch mich mal wieder kurz zu fassen.

Früh am Morgen kamen wir in Basel an, viel zu früh, aber nicht ganz so schlimm wie das letzte Wochenende. Am Bahnhof gab's Brätsel für uns und noch immer blieb genug Zeit zum in ein Kafi beim Marktplatz zu sitzen, bevor sich Susii zum Dienst melden musste.

Wie oft wir an diesem Tag in irgendwelchen Kafi's herumsitzen würden, ahnten wir noch nicht.

Susii diente heute als mobiler Info-Point, also Flyer verteilen und Auskunft geben im Prinzip. Wir erklärten diese Sonntag Mittag Schicht, an einem nicht ganz so schönen Tag schnell als überflüssig. Und wir behielten recht.

Während Susii ihre Info-Tasche am befüllen war, qutaschte ich draussen noch mit einer weiteren Volonteese, welche ich mir am Vortag regelrecht angelacht hatte... überall lief sie mir über den Weg und sie schien symphatisch. Sie berichtete mir, dass sie jetzt auch Schicht hätte, aber dass man sie vorerst ins Kafi geschickt hätte... super!

Susii und ich haben sie natürlich bei uns aufgenommen und wir verbrachten die ganze Schicht zu dritt.

Erste Station: Starbucks Coffee. Es ist wirklich nicht so, dass wir nicht hätten arbeiten wollen... aber die Spiele waren erst wieder am Abend, es war schlechtes Wetter und wirklich niemand unterwegs, dem man ohne Gewalt irgendeine Information hätte aufzwingen können.

Im Kafi berichteten und berichteten Susii und ich über Erlebtes und Erkentnisse rund um die Euro und das Volunteer dasein. Melly staunte nicht schlecht "ihr händ dämfall scho meh erläbt als ich..." :-)

Melly kommt von Basel und wir lernten viel von ihr über die Stadt, wo man was vorfindet und viele Insider Tipps :-)

Und so führte uns unser Gespräch natürlich auch bis zur Volunteer Ausrüstung, bei welcher wir die Qualität etwas zu bemängeln wissen. Melly war nur noch mit OLUNTEER angeschrieben, Susii sogar nur noch mit OLUN EER, ich noch omplett.

Jaja... die Regenjackenbeschriftung lässt etwas zu wünschen übrig... aber der Unterhaltungswert war unbezahlbar :-)





Schnell war Mittag und die erste Hürde damit erreicht. Wie üblich stand auf Susii's und meinem Plan "Chinesisch Essen" -
Heute muss es doch mal klappen!

Doch vorher wollen wir uuuunbedingt noch kurz beim Volunteer Center vorbei, weil weil weil weil... konnt ich die Spannung schon aufbauen? weil wir natürlich am Dienstag als Austausch Volunteer nach Bern wollen. Da wo die Leute sind... da wo der Bär tanzt! Und irgendwie hatten wir einen Newsletter erhalten, wo das drin stand und ja wer Susii und mich kennt... und so weiter!

Wir waren also furchtbar vorfreudig auf dem Weg vom Starbucks beim Claraplatz zur Kaserne. Melly hatten wir kurzzeitig verabschiedet, sie wollte beim Chinesen zum Kafi (schon wieder) wieder zu uns stossen. Und wir waren strahlend unterwegs und plötzlich sprach uns ein symphatisch älterer Herr auf der Strasse an. "Habt ihr Lust bei einem Stresstest mitzumachen? Dauert nur 2 Minuten". Ja klaar machen wir doch... hatten ja keinen Stress und überhaupt.

Wir wurden dann in ein Gebäude geführt was uns etwas suspekt vorkam und darin wurden wir einzeln mit einer Person
in einen Raum gebracht und erst da schnallte ich, wo wir hier gelandet sind: Scientology. Ich hab doch erst grad neulich einen Bericht darüber im Fernsehen gesehen, eben gerade über dieses komische Gerät, wo man zwei WC-Rollen ähnliche Teile in der Hand halten muss und dann befragt wird.

Der Typ hat mich über Beruf und Umfeld ausgefragt. Sehr private Sachen und mich immer wieder aufgefordert an irgendwas zu denken und mir zu beweisen, dass diese Gedanken in mir Stress auslösen. Der einzige Stress den ich hatte, war da wieder wegzukommen - ich konnte und wollte mich gar nicht auf seine Fragen einlassen, überlegte ob ich einfach
aufstehen und gehen sollte und er forschte immer weiter nach... Mehr als "jaja" und "weiss nöd" brachte er nicht aus mir heraus. Dann forderte er mich auf an mein grösstes Problem zu denken und messte wieder irgendwas und wollte mir schon wieder zeigen, was das für einen Stress in mir ausgelöst habe und ich hatte noch an nichts gedacht, erklärte, dass mir grad kein grösseres Problem einfalle... und er wollte immer helfen und darüber reden und mir aufzeigen, dass ich hilfe brauche. Nicht, dass ich das immer behaupten könnte, nicht dass ich nicht auch einsame und traurige Momente habe, aber an diesem Tag war einfach alles gut, alles schön und ich viel zu glücklich für solche Diskussionen. Er konnte mir nichts anhängen wo ich sagen müsste, ja das sollte ich wirklich ändern und das belastet mich extrem oder keine Ahnung. Und das ist ja eben grad ihre Masche, das besorgt sein und auffangen vorgaukeln und eigentlich nur ausnehmen wollen.

Susii's Gespräch verlief wohl ähnlich, nur wollte man ihr noch ein Buch andrehen :-) Ich sah wie sie aufstand und meinte dann zu meinem Joshi, dass ich nun gehen müsse... Ich kam mit einem Flyer davon. Und unsere Schlussfolgerung: Wir sind zu glücklich für Scientology :-)

So verliessen wir grinsend das Scientology Gebäude und zielten das unweit davon entfernte Volunteer Center an, auf direktem Weg in's Büro. "Hallo, wir würden gerne als Austausch Volunteers am Dienstag nach Bern. " Kam aber gar nicht gut, die wollten uns gar nicht lassen, noch immer haben die Basler angst vor einem riesen Ansturm, der bis anhin zwar ausblieb aber jede Sekunde über die Stadt hineinbrechen könnte. Zögernd wurde uns die Information weiter gegeben, man solle sich doch in Bern direkt melden... werden wir auf jeden Fall! Pah! :-)

Dann endlich zum Chinesen, diesmal wurden wir auch bedient und pünktlich zum Kafi tauchte plötzlich die Melly wieder auf :-)

Da Sonntag, aber Spieltag war, waren viele Geschäfte geöffnet und wir beschlossen ein wenig shoppen zu gehen. Ein oranger Hut musste ja schon hin, in anbetracht unseres Gasteinsatzes im holländischen Bern :-) Und wenn's schon mal Bollons gibt vor dem Manor...



Wie kleine Kinder liessen wir uns je einen Ballon um's Handgelenkt knüpfen und hatten während dem Laufen keinerlei Einfluss auf die Flugrichtung des Ballons, viele *Doings* mussten wir und Passanten um uns herum hinnehmen, bis wir (ok ich war's) die einfallsreiche Idee hatten, unserer Stimme eine etwas interessantere Klangfarbe zu verpassen. Helium schlucken... wie früher. Fehlte nur noch das Nielen rauchen :-)

Ein Ballon blieb noch übrig und per Zufall hatte ich eine Karte in der Tasche und ja... schade eigentlich, dass es später zu regnen begann... :-)



Dann gingen wir mal wieder in's Kafi und hörten uns da denn neusten Sommerwitz an "Was ist der Unterschied zwischen dem Sommer 2007 und Sommer 2008? - Sommer 2007 war an einem Dienstag!"



Und bald mal war Susii's und Mellys Schicht um. Als ob der Tag noch nicht genug lange gewesen wäre bis jetzt... aber meine Schicht sollte ja erst beginnen! 18.30 Uhr Münsterplatz.

Wieder die selbe Aufgabe wie gestern "Dame lings - Herrä rächts, Danke - Nei das dörfed si nöd mit inä näh!"
Nur diesmal war mein Partner Gerome - nein er hiess nicht wirklich so, aber er benahm sich wie einer! Er war ziemlich... naja... konnte sich halt nicht durchsetzen und so übernahm ich halt die Führung.

Scheinbar hatten sich Besucher über die Einlasskontrollen beschwert, dass irgendwelche Deutschen sie nicht reinlassen würden, dass sie unfreundlich wären und dass es sowieso nur Schikane sei mit all den Verboten... offenbar wurde die Situation auch schon gefährlich, weil irgendwelche angetrunkenen Fäns nicht einsehen konnten, warum sie jetzt einen Becher eben nicht mit rein nehmen durften... Deshalb stehen nun wir Volunteers vor den Securities, zur Entschärfung, und das hilft, weil wir können "die Lieben" spielen - ein bisschen Lächeln und sagen "Du, ich verstehs ja auch nicht warum, aber mit dem lassen sie dich nicht rein...". Funktionniert tip top und man kann mit vielen Leuten quatschen und überhaupt ist's sehr lustig, ja dieser Job macht richtig Spass!



Das witzigste an der Sache ist halt schon, dass die UEFA noch während der Spielübertragung die Eintrittsregeln ändern - straffen oder lockern. Zu beginn der Schicht durften man nur die farbigen Carlsberg Becher mit in's Public Viewing mitnehmen... später durfte man auch die leeren schwarz-weissen (haben ja auch Depot drauf) und irgendwann durften sie wieder alle möglichen reinnehmen... :) Und das soll man noch Jemandem erklären... :-)

Susii verbrachte noch ein bisschen Zeit in der Kaserne und leistete mir später noch gesellschaft beim Arbeiten und half ein bisschen aus... da Gerome ja gar nichts brachte! Wir liessen den armen Gerome dann mal kurz alleine um was zu essen und als wir zurück kamen, meinten die Security Männer, dass sie froh seinen, dass wir wieder da sind, den anderen könne man ja für gar nichts brauchen... :-)

War ein schöner Tag - der Einstieg in's "richtige Leben" wird wieder schwer...:-)

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