Der Schmerz sitzt tief.

Der Abend hat so gut angefangen. Apéro mit Karin, Trickot anziehen, Gesichter bemalen und so weit das Auge reicht nur rot-weiss (halt auch die gegnerischen Fääns.)

Wir (inzwischen waren wir schon zu fünft) wollten beim Bellevue uns das Spiel anschauen, doch sie wollten uns beim Bellevue das Spiel nicht anschauen lassen! Niemand darf mehr rein - rien ne vas plus.

Alternativ fanden wir irgendwo an der Strasse eine Grossleinwand und oh Wunder, wir waren nicht die Einzigen, die diese entdeckt haben... Der Match begann. Der Match begann gut. Leicht verdeckt durch Zeltdach und Köpfe, derjenigen, die vor uns standen, sah ich ein bisschen Rasen und ein paar Beine, manchmal ein Ball. Die Stimmung war gigantisch - ich hätte jeden umarmen können und strahlte sinnlos vor mich hin - einfach weil es mir gut ging, einfach weil es uns allen gut ging, einfach weil!

Zum Glück hatten wir in unserer Gruppe einen Meteorologen mit dabei der uns Regen vorhersagte (einfach ohne Schweizerkarte auf die er zeigen konnte). Nein... der gesunde Menschenverstand hat genügt um zu wissen, wenn es im Fernseher schon regnet und wenn man so am Bildschirm vorbei in den Himmel schaut - das kommt auch zu uns und wir beschlossen die Klügeren zu sein und uns irgendwo hinein zu begeben, noch vor der Halbzeit. Nelson Pub. Wir spazierten los, das Spiel war noch in vollem Gange. Überall Leute, Menschenansammlungen und Fernseher. Es war schlimm - hören und nicht sehen. Knapp verpasste Chancen, heikle Momente begleitet von Raunen und unzuordbaren Aufschreien. Und plötzlich Jubel und grenzenlose Freude! Gooooooaaaal!!!! Wir suchten gleich den nächsten Fernseher um genüsslich die Zeitlupe uns nochmals anzusehen :-) Dann zogen wir weiter und glaubten die Siegesstrategie der Schweizer herausgefunden zu haben - wir dürfen einfach nicht zusehen... Auf dem Weg wurde mir aus Freude noch von einem Wildfremden ein Kuss aufgedrückt... aber auch das war o.k - denn 1:0 !!! Jeeeh!

Im Nelson fanden wir Platz, Bier und Gleichgesinnte. Die Stimmung war auch da einzigartig und gigantisch! Die Halbzeit war hammer, wir haben gesungen, gefilmt und gejubelt.

Karin und Caro


Und dann die zweite Halbzeit. Und dann die letzten Minuten. Dazu fehlen mir die Worte. Es war einfach nur Schade und die Stimmung drehte sich um in masslose Enttäuschung und Fassungslosigkeit. Schade für die Schweiz - Schade für's Event - Schade.

Drücken wir es doch mit einem Rehagel Ziatat aus:
"Mal verlieren wir, mal gewinnen die anderen."




... aber die EURO ist ja noch nicht vorbei - machen wir das Beste draus.