Wir sind jetzt nach 11 langen Stunden in LA gelandet... Highlights gab es auf dem Flug keine, was ich schon fast als Highlight werte. Die Immigration haben wir müehsam über uns ergehen lassen, ich hab dem Sör noch einen Neis Dei gewünscht, und er hat mich einfach ignoriert:-(
 Heute haben wir irgendwie schon wahnsinnig viel erlebt... gegen Mittag holten wir unser Mietauto ab... wir durften uns ein Auto in unserer gemieteten Autokategorie aussuchen. In unser Kategorie gab es nur ein Auto und so haben wir nach langem Studieren uns für den Fiat entschieden...
 Leider habe ich seit wir mit Gepäck fahren kein Platz mehr im Auto. Ich bin nun am autostöpplen richtig Anaheim und dort treffen wir uns dann wieder. Aber in wirklichkeit hatte ich doch Platz und wir haben heute Point Loma besichtigt und danach La Jolla besüchled. War schön da...
 Am Nachmittag trafen wir in Anaheim ein und besuchten das Honda Center, dort wo die Anaheim Ducks manchmal so spielen. Der Fan Shop war geöffnet und Michi deckte sich mit Fan-Sachen ein... "decken" war hier wörtlich gemeint, denn es gibt sogar eine Ducks-Decke.
 In der Nacht bin ich plötzlich aufgewacht. Ein Erdbeben! Mein Körper auf dem Bett hat sich hin und her bewegt - genau so muss sich das anfühlen. Wir sind ja in Los Angeles, es muss ja ein Erdbeben sein. Ich war so überzeugt...
 Am Morgen ging es Michi etwas besser, so dass wir uns wie gewohnt in den Tag stürzen konnten. Als erstes statteten wir den Gebrüdern "Warner" einen Besuch ab und tourten mit dem Touribüssli durch Kulissen und Studios. Leider durften wir vom "Big Bang Theory" Set keine Bilder machen... aber wir waren da. Wirklich. Ich schwör. Ach was sind schon Worte ohne Bilder...
 Nach dem breakfasten stand uns  gemäss Navi eine 8 Minuten Fahrt zu den Universal Studios bevor. Danach stand sie uns nicht mehr bevor. Auf jeden Fall waren wir bald da und liessen uns vom Universal Walk beeindrucken...
 Ein langer Tag geht zu Ende... ein sehr langer Tag, wieder 3 Stunden länger als sonst. Unsere aktuelle Zeitdifferenz zu euch beträgt 12 Stunden... wir leben in euren Vergangenheit und können die Welt innerhalb von 12 Stunden wieder flicken, falls ihr sie kaputt machen solltet.
 Auch heute wurde es bei uns irgendwann mal hell und wir begannen den Tag voller Spontanität und hatten noch so gar keine Pläne. Auf was hast du Lust? Ja so Strand... ok, Strand! Aber nur Strand, dann wird es uns doch langweilig... ja stimmt auch wieder. Strand und Auto?
 Heute wollten wir zum Polynesian Culture Center, da wir aber das Gefühl hatten dafür zu spät dran zu sein, entschieden wir uns doch für Pearl Harbor, da wir dafür aber zu spät waren, wollten wir uns mit dem Diamond Head begnügen und da wir die Haltestelle verpasst haben...
 Heute haben wir mal das gemacht, was wir uns auch vorgenommen hatten. Das Polynesian Culture Center. Die Wetter App sagte uns Regen voraus und die App hatte aber sowas von unrecht! Es war drückend heiss! Und wir haben noch Jäggli eingepackt...
 Ich bin leicht angesäuselt, deshalb möchte ich mich für nicht verantwortlich erklären, was den Inhalt meines Textes angeht. Der Grund für das angeschwippst sein ist der Alkohol und Philip, den wir getroffen haben. Ich hab ihm Schoggi von der Schweiz mitgebracht, was mir zu diesem Treffen verholfen hat... :-)
 Das war er also, der letzte Tag in Hawaii... ich könnte hier gut noch ein paar Wochen bleiben. Da wir alles gesehen und erlebt haben, was wir uns vorgenommen hatten, konnten wir heute ohne schlechtes Gewissen Ausschlafen und den restlichen Tag am Waikiki Beach verbringen.
 Als wollte uns Hawaii einen besonderen Abschied bescheren, fanden wir früh morgens unser Taxi in einer besonders langen Form vor. In einer Strech-Limo wurden wir zum Flughafen chauffiert und reisten von da weiter oder eben zurück nach LA. Im Flugzeug hörte ich mir das Hörbuch von Inferno weiter an und mein Hören wurde immer wieder von Schlaf unterbroche...
 Auf die Frage, was wir heute so gemacht haben, kam von Michi wie aus der Pistole geschossen: "autog'fahre". Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir seit fast 5 Stunden im Auto sitzen... einem Dodge diesmal, kein Fiat mehr. Das lindert die Platzangst, an der wir beide nicht leiden.
 Wir sind heute kaum aus den Luxor-Federn gekommen... aber wir mussten ja, denn für heute hatten wir einen Helikopter Flug gebucht, um uns die Fahrt zum Grand Canyon zu sparen. Und das hat sich mehr als gelohnt! Es war mein erster Flug überhaupt und das Gefühl in so einem Ding zu sitze...
 Die gute Nachricht: Wir haben die 8 Stunden Fahrt recht locker gemeistert. Die schlechte Nachricht: Wir haben noch keinen Bären gesehen. Die Frage: Wollen wir das überhaupt? Die Fahrt von Las Vegas zum Yosemite Park via Tiago Pass ist wirklich wunderschön!
 Da sind wir wieder :-) Das WiFi war down und wir waren abgeschnitten von der Aussenwelt im Yosemite Park gefangen. So schlimm war es aber imfall gar nicht. Unfairerweise war aber das Internet down und(!) das Wetter war schlecht! Braucht man Internetzugang um gutes Wetter zu haben?

Die gestrige Nacht will noch dokumentiert sein. Wir kamen also gegen 11 Uhr nachts zurück in unser Zelt. Das Essen war korrekt in der Bär-Box verstaut. Wir machten uns zum Schlafen bereit, da ertönte auf einmal dieses tiefe, bedrohlich Knurren. Wir hatten es beide gehört! Unsere Blicke trafen sich. "Oh mein Gott was ist das?" Es war nicht nötig es auszusprechen, wir dachten das gleiche. Das Geräusch wiederholte sich, es wurde regelmässig... es wurde zu regelmässig! Die Anspannung löste sich und der Verdacht, dass das Geräusch menschlicher ist, als wir es vorerst annahmen, erhärtete sich. Es war das Schnarchen aus dem Nachbarzelt.

 Um noch ein bisschen mehr vom Yosemite Park zu sehen, entschieden wir uns dafür, durch den südlichen Park Ausgang zu fahren und auf dem Weg dorthin noch die Mamutbäume zu besichtigen. Das ist ja schon fast ein Muss! Es hiess wir sollten im 5 Meilen entfernten Wawon...
 So wie der Wecker normalerweise unser Bedürfnis nach Schlaf ignoriert, haben wir heute sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit ignoriert! Wir starteten also relativ spät mit unserem Tag (mehr noch als die 9 Stunden, die wir sowieso hinterherhinken), dafür haben wir aber doch noch einiges unternommen.
 "Wer nie Cable Car gefahren ist, war auch nie in San Francisco!" So hiess es zumindest. Und in San Francisco zu sein ohne in San Francisco zu sein, wollten wir dann ja doch irgendwie nicht. Wir stellten uns auf langen Wartezeiten für die Powell/Hyde Line (die schönste und ufe-abenzte Linie) ein und mussten tatsächlich auch eine gute Stunde warten.
 Da ist er nun also gekommen, der letzte Tag. Weil unser privater Hotspot plötzlich nicht mehr geht und das WiFi im Hotel soooo langsam ist, sitzen wir nun wie Sektenanhänger mit unseren iPhones und iPads vor dem App Store. Unsere Gebete an iGod wurden erhört. Wir müssen schliesslich noch...

So unser Reiseabenteuer hat nun doch ein Ende genommen. Für den Reisenden vergeht so unglaublich viel Zeit, da man so viel sieht und erlebt und wenn man zurück kommt, erwartet man irgendwie, dass zuhause auch so viel Zeit vergangen ist, dass es jetzt fliegende Autos auf den Strassen gibt oder die Zeitmaschine erfunden wurde. Aber man stellt fest, dass die Zeit hier eigentlich stehengeblieben ist... nun ja, damit ist die Zeitmaschine ja eigentlich bereits erfunden!? 3 Wochen Reisen ist so viel länger als 3 Wochen Alltag. Und nach der Erfahrung freut man sich plötzlich wieder auf genau die Dinge, vor denen man vor den Ferien noch fliehen wollte. Auch in der Beziehung verändert sich etwas, wenn man so vieles gemeinsam erlebt. Wir haben beide gelernt, wie wir uns gegenseitig wahnsinnig auf den Sack gehen können, aber vor allem haben wir gelernt, dass wir das ja gar nicht müssen. Es war eine schöne Erfahrung und ich danke euch für das regelmässige Feedback aus der Schweiz :-)