Es ist ja nicht so, dass ich sooo extrem der angefressene Sportler wäre, auch wenn ich es doch auf eine ganze Menge regelmässige Bewegungsaktionen bringe in der Woche. Doch kenne ich das eigentlich nicht, irgendwelche Erfolgserlebnisse in irgendwelchen Sportbereichen zu haben. Und ich bin auch nicht zwingend darauf aus.

Aber gestern... gestern hatte ich eines. Es war mein erster offizieller Einsatz als Goalie. Sursee Cup.

Motiviert durch das erste Spiel, welches wir 5:0 gewannen, folgten noch 4 weitere erfolgreiche Gruppenrunden Spiele (1:0, 2:2, 6:0, 1:0). Da will ich mir auch gar nicht zu fest auf die Schultern klopfen, denn zu Null gewinnen bedeutet nicht unbedingt, dass ich einfach alles gehalten habe, sondern zum Teil waren die Manschaften auch einfach unterlegen und unsere Verteidigung liess sie nicht zum Abschluss kommen. Ist eben ein Team.

Trotzdem war es ein schönes Gefühl zusammen mit der Mannschaft ins Halb Finale zu kommen.

Wir spielten und ich hoffte auf eine Führung einer der beiden Mannschaften nach Abpfiff des Spiels, denn alles was ich nicht wollte - jaaa nicht wollte - war ein Penalty Schiessen!

Das Leben steckt voller Herausforderungen - müsste ja nicht sein - und so stand es nach Abpfiff 1:1. Super. Genau so nicht! Ich hätte fast lieber verloren, als da im Goal zu sitzen und mich vor meiner Manschaft und ein paar Zuschauern zu blamieren.

Klar war ich nervös. Aber nützt ja nichts. Einfach nichts anmerken lassen, dann vergisst man vielleicht selber auch, dass man nervös ist.

Ich lief auf's Goal zu, zog erst das linke Hosenbein zurecht, dann das rechte. Kniete mich langsam und gemächlich hin in der Hoffnung es könnte irgendwie "ruhig" wirken auf den Spieler. Meine Füsse berührten die Torlinie. Die Hände griffbereit. Anpfiff. Die Spielerin berührt den Ball, ich verlasse die Torlinie, geh ihr entgegen. Angriff. Schuss. Gehalten. Ganz kuhl.

Dann war unsere Spielerin dran mit dem selben Spiel auf den Gegnerischen Torwart. Pfiff. Schuss. Tor. Ja da ging es irgendwie viel schneller.

Dann wieder der Schuss auf mich. Nochmals gehalten und eine weitere unserer Spielerinnen versenkte auch den zweiten Schuss und somit waren wir im Final.

Natürlich hatte man nun Blut geleckt. Natürlich wollte man jetzt gewinnen.

Im Final traffen wir nochmals auf Sursee, die Heimmanschaft, gegen welche wir in der Gruppenrunde ein 2:2 spielten.

Wir spielten, kämpften, gaben alles, aber waren auch schon müde. Tore wurden keine geschossen, aber immerhin von beiden Seiten nicht. Und weil heute ja mein Glückstag war "bitte bitte kein Penalty Schiessen" beendete man dieses Spiel auch mit einem 0:0 Unentschieden. Super Penalty Schiessen im Final, das ist irgendwie doof!

Das selbe Spiel. Vorgetäuschte Ruhe. Gemächliches Niederknien. Blick in die Augen des Gegners.

Ging alles schnell. Ich weiss nicht mehr in welcher Reihenfolge alles geschah, doch 3 Schüsse auf mich fielen und ich lag blutverschmiert am Boden, die Wunde haltend, um Hilfe winselnd. Moment... falscher Satz erwischt. 3 Schüsse auf mich. Einer rein, die beiden Anderen nicht. 3 Schüsse auf den gegnerischen Torwart, keiner ging rein. Auch nicht der letzte Schuss, der die Sache noch etwas herauszögern hätte können.

Klar war man zuerst enttäuscht. Aber alles in allem war es ein super erfolgreicher Cup und hat extrem Spass gemacht. Super Start für mein Goalieselbstbewusstsein und ja, ich bin selber überrascht, dass man über so etwas soooo viel schreiben kann!