Nach dem Arbeiten ging ich zur Tramstation und fuhr los zum Bahnhof Oerlikon. Ich stieg beim Sternen Oerlikon aus - um die 3 Minuten zum Bahnhof noch zu Fuss zu gehen.

Ich hörte Musik (die ich nicht hören sollte) und lief im Takt der Musk. Vor mir ein Pärchen. Ich wollte mein Tempo beibehalten - sie blieb stehen vor mir. Ich wich aus - drehte mich um. Sie war am weinen. Er war verärgert.

Im Musiktempo lief ich weiter. Mein Zug fuhr schon bald. Da sah ich ein anderes Pärchen. Sie am Bankomat - konzentriert am Pin eingeben. Er stand daneben - Himmelte sie an. Fuhr ihr zärtlich mit der Hand über's Gesicht.

Ich lief weiter. Ich sah herum. Überall Menschen. Sie gehen von links nach rechts. Von rechts nach Links. Zusammen. Alleine. Gemütlich. Gestresst. Manche bunt. Manche grau.

Und ich hör die Musik und denk mir... eigentlich sind wir einfach "nur Statisten im Leben anderer".

Jedes Leben ein eigener Film - mit einem Drehbuch, dass wohlmöglich schon längtst geschrieben ist.

Das krasse ist irgendwie, dass man selber ja eben nur so ein Statist ist (#4498235 - die mit dem schwarzen Mantel) - so wie ich heute diese Menschen wahrgenommen habe - so unscheinbar - kulissenfüllend - bin ich doch genau auch für die anderen. Anonym, namenlos. Das ist irgendwie... speziell... :-)